KONZEPT
Waiting for Lunch ist ein aus dem Augenblick entstandenes
Werk und kein methodisch entwickeltes Projekt. Nichts wurde im Voraus
geplant, ganz im Gegenteil. Es handelt sich um ein konstant gewachsenes
Œuvre, das sich über Jahre hinweg entwickeln konnte. Zunächst
entstanden die Fotografien und daraus leitete sich schließlich
das Konzept zu Waiting for Lunch ab.
Ich nahm spontan und frei die Photos auf, die Menschen und Situationen
in mir auslösten. Keine dieser Fotografien ist Teil eines Drehbuchs
oder Bestandteil einer Szene. Daher ist es ein Werk ohne ein zugrunde
liegendes Konzept.
Waiting for Lunch ist eine Metapher, eine Anspielung
darauf, was auf jeden im Leben wartet. Denn letztlich sind wir immer
neugierig auf das, was geschehen wird. Jede einzelne Fotografie verweist
uns auf dieses metaphorische Warten in verschiedenen Situationen des
menschlichen Lebens, sei es in Städten wie Berlin, Barcelona, Los
Angeles oder in Ländern wie Haiti.
Bereits das Wort Waiting verweist auf diesen Zustand und drückt
verschiedene Arten des menschlichen Verhaltens wie Illusion, Freude,
Einsamkeit, Mysterium, Enttäuschung, Resignation, Trauer und noch
viele weitere Assoziationen aus. Lunch dagegen deutet auf das
Leben, die Zukunft, die Liebe, die Freude hin - und damit letztlich
auf das so lange herbeigesehnte Ziel, den Tod.
Die doppelte Möglichkeit der Kamera, die sowohl subjektives als
auch objektives Sehen zulässt, ermöglicht eben auch die Vermittlung
einer antagonistischen Idee von Verschiedenheit innerhalb der globalen
Welt; wenn ich verschiedene Situationen mit den unterschiedlichsten
Individuen in abgelegenen Kulturen fotografiere kann ich gleichzeitig
alles in seinem Warten festhalten und reflektieren. In genau diesem
Punkt wurzelt die Idee zu Waiting for Lunch.
Diese entgegen gesetzten Pole interagieren, sie sind komplementär
und lassen dabei das Gemeinsame zwischen zwischen Photos, Menschen,
Fiktion und Realität entstehen.
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